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- Kategorie: Thailand und Burma 14 - Teil Burma
Ein erster Blick vom Höhepunkt auf den Höhepunkt
Am Morgen machten wir einen Spaziergang in Sale, einer kleinen Stadt am Irrawaddy. Ein etwa 150 Jahre altes Kloster mit Holzschnitzereien und vielen Buddha-Figuren liegt im Zentrum der Stadt. Dieses stand heute unter anderem auf unserem Programm.

Mehrere Ochsenfuhrwerke mit Erdnüssen waren in den Strassen unterwegs. Eine Ölmühle verarbeitete die Nüsse zu Erdnussöl. In dieser Gegend werden viele Erdnüsse angepflanzt und auch weiter verarbeitet. Die Niederschläge sind nicht mehr so stark wie in den Lagen näher beim Meer, Reisanbau gibt es kaum mehr. Die traditionellen Fuhrwerke in der Stadt liessen uns immer zur Seite treten, wenn sie nahten. Wer will sich schon mit Ochsen anlegen!

Die Buddha-Figur machte einen Strip, eher ungewöhnlich für religiöse Figuren. Vielleicht stelle ich mir dies allerdings auch nur vor.

Diese alte Truhe ist mit einer schön ziselierten Metallplatte verziert. In früheren Zeiten legten die Leute noch viel Wert auf schöne Möbel, zumindest jedoch die Reichen. In Sale betrieben die Briten während der Kolonialzeit eine Provinzverwaltung, welche recht viel Wohlstand in die Stadt brachte. Noch stehen einige schmucke Privathäuser aus der Zeit, welche heute leider meist unbewohnt sind. Die Besitzer sind mit dem Ende der Kolonialisierung in andere Städte gezogen und die Häuser wurden dem langsamen Zerfall überlassen. Geschäfte sind heutzutage in Sale kaum mehr zu machen.

Die ganze Tempelanlage ist mit vielen Holzschnitzereien verziert. Eindrückliche Arbeiten, welche gut erhalten sind. Die Hölzer müssen in diesem Klima alle paar Jahre neu imprägniert werden, sonst fault der natürliche Baustoff, auch wenn er vom Teak-Baum stammt. Die feuchte Hitze setzt innert kürzester Zeit sämtlichen Materialien zu.

In einem weiteren Tempel steht diese Buddha-Figur. Sie ist aus Stroh und Lack gefertigt, innen hohl und aussen mit Gold überzogen. Angeblich wurde sie 1888 mit dem Irrawaddy von „upstream“ während eines Monsuns angeschwemmt und von den Bewohnern von Sale gefunden und in diesem Tempel angesiedelt. Zumindest wird diese Geschichte erzählt, auch wenn sie eher unwahrscheinlich ist. Aber wie immer wenn es um Religion geht, stimmen Geschichte und Realität kaum je überein und gegen Glauben lässt sich nicht mit Logik argumentieren. Ich fand jedenfalls nirgends einen Hinweis auf die Ursprungs-Ortschaft der Statue, diese müsste doch bekannt sein und die ursprünglichen Besitzer hätten sicher ihre Ansprüche geltend gemacht.

Nach dem Mittagessen legten wir in Richtung Bagan ab und einmal mehr zog ein Gewitter auf. Bei uns regnete es nur ganz kurz, hinter uns ging ein grösserer Wolkenbruch nieder. Das weisse Elefantengras auf den flachen Sandbänken im Fluss bildet einen schönen Kontrast zu den schwarzen Wolken.

Bald schon zeigten sich am Horizont die ersten Spitzen der unzähligen Pagoden von Bagan, welche morgen auf dem Programm stehen.

Heute machten wir zuerst auf der gegenüberliegenden Flussseite Halt. Bei der kleinen Ortschaft Tan Gyi Taung liegt der geografische Höhepunkt unserer Reise in Burma: Auf etwa 300 m.ü.M. und etwa 260 m über dem Fluss liegt eine Pagode, welche an sich nicht sehr spektakulär ist, just another golden Temple.

Hingegen ist die Sicht auf die Ebene von Bagan spektakulär: Etwa 3’000 religiöse Bauwerke liegen hier verstreut, diese sind von der Höhe aus sehr gut zu sehen. Auch die immense Flusslandschaft lässt sich gut erahnen.

Thomas schlich sich unter die Glockenträger im Tempel, zwischen welchen er trotz seinen 180 cm eher bescheiden aussieht. Touristen müssen immer das Knie bedeckende Hosen tragen, während bei den Glockenträgern hier kurze Shorts ausreichen. Die Haare sind zu Knäueln geformt und schwarz, beides bei Thomas nicht möglich. Einerseits hätte er zuwenig davon und dann bräuchte es viel Schuhwichse, um diese Farbe zu erzielen. Deshalb die Mütze, welche gerade beide Probleme zumindest überdeckt.

Zum Abschluss des Tages wohnen wir noch einer Aufführung einer lokalen Tanzgruppe bei, welche einen Elefanten-Tanz zum Besten gab. Den infernalischen Lärm konnte ich leider nicht fotografieren, unsere Reisegruppe war auf jeden Fall sehr von der Darbietung angetan. Die Kameras klickten in einem fort.

Nicht nur die Schweizer waren fasziniert, auch die Einheimischen, welche ebenfalls anwesend waren, staunten und genossen das Spektakel. Die Ankunft von Touristen ist auch für sie Anlass und Gelegenheit, eine Vorführung zu erleben.
