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- Kategorie: Thailand und Burma 14 - Teil Burma
Am oberen Ende der Road to Mandalay
Nach 961 km auf dem Fluss in 14 Tagen besuchten wir heute das obere Ende unserer Flussfahrt. Mandalay hatte für mich schon immer einen magischen Klang: Exotik pur, ferne Länder sowie viel Unbekanntes stellte ich mir vor. Einige exotische Sachen erlebten wir heute.

In der Mahamuni Pagoda befindet sich eine Buddha-Statue, welche als meist-verehrte Statue Burmas gilt. Mit Ausnahme des Gesichtes ist sie über und über mit Gold belegt, dessen gesamtes Gewicht je nach Quelle auf 3.5 bis 12 t reines Gold. Täglich kleben hunderte von Pilgern (!!) feine Blattgold-Blättchen auf die Figur, zwischen 35 und 50 cm beträgt die Dicke des Goldes mittlerweile.

Aufmerksamen Lesern wird aufgefallen sein, dass ich von Pilgern in der männlichen Form schreibe. Tatsächlich sind nur Männer im Innersten der Pagode erlaubt, Frauen haben keinen Zugang zur Statue.

Eine ältere Dame setzte sich in der Pagode hin und rauchte genüsslich eine der einheimischen Zigaretten, deren Herstellung ich gestern beschreib.

Ein Mönch beobachtete leicht skeptisch, wie die Touristen sich in der Pagode bewegten. Sein Kleid verschmilzt beinahe mir der gleichfarbigen Wand.

Diese jungen Mädchen stehen vor dem Eintritt ins Kloster. Feierlich herausgeputzt werden sie von ihren Eltern zur Pagode geführt, bevor sie dann am Nachmittag ins Kloster eintreten. Dort werden ihnen zuerst einmal die Haare rasiert und sie fassen das pinkfarbene Gewand. Die meisten Kinder bleiben erstmal für eine Woche im Kloster, bevor sie wieder ins normale Leben zurückkehren. Oft treten Kinder vor dem 20. Lebensjahr für eine kurze Zeit ins Kloster ein, nach 20 noch einmal. Nach dieser kurzen Perioden nehmen sie das normale Leben wieder auf. Die Klostererfahrung bleibt für die meisten Burmesen lediglich eine kurze Phase in ihrer Adoleszenz.

Ein Gruppenbild mit festlich herausgeputzten Kindern und auch Eltern. Eine ganze Filmcrew hielt das festliche Ereignis fest.

Mein Haarschnitt hätte dringend eine Auffrischung nötig. Die Dienste dieser beiden Coiffeure könnte ich nicht in Anspruch nehmen, so unbequem könnte ich gar nicht hinkauern. Selbst wenn die Rasur sehr schnell ginge, könnte ich anschliessend nicht wieder aufstehen. Der Besuch muss deshalb bis Phuket im südlichen Thailand warten. Dort kenne ich einige solche Dienstleister, welche die Anweisungen zudem in English verstehen und ich nicht riskiere, mit einer Mönchsrasur den Rest der Reise verbringen zu müssen.

Nördlich von Mandalay gibt es einen Marmorbruch, dessen Steinblöcke in der Stadt zu Buddha-Figuren verarbeitet werden. Zuerst werden von den noch weniger geübten Bildhauern nur die Figuren selber aus dem Stein gehauen. Die Köpfe werden lediglich angedeutet. Die noch gesichtslosen Figuren mit ihren Quadratschädeln sind ein seltsamer Anblick. Auch die Körper der Figuren selber sind noch nicht fein gearbeitet.

Ein schon erfahrener Steinmetz befreit mir einer Schleifscheibe die Gesichter aus dem Stein. Selbstverständlich ohne Staubmaske und auch ohne Ohrenschutz. Die Frage ist nur, ob er einst zuerst taub wird oder an einer Staublunge stirbt. Noch ist er sehr jung und hat noch keine solche Probleme.

In der Kuthoda-Pagode in Mandalay findet sich das grösste Buch der Welt, Die gesamte Lehre Buddhas wurde hier in insgesamt 729 Marmortafeln eingemeisselt. Jede der Tafeln steht in einer eigenen kleinen Pagode!

Eine der unzähligen Schrifttafeln, welche in einem eigenen Gebäude steht. Insgesamt sollen 200 Bildhauer während sieben Jahren, sechs Monaten sowie 22 Tagen mit den Steinhauer-Arbeiten beschäftigt gewesen sein. Die Text sind in Pali verfasst, der buddhistischen Hochsprache, welche ähnlich wie unser Latein, ausser einigen Eingeweihten kaum mehr jemand spricht.

Die Schrift aus der Nähe, sehr dekorativ und für mich absolut unverständlich. Nicht nur mir geht es so, auch die weitaus meisten Burmesen verstehen diese Sprache nicht.

Nach dem vielen Gold beim heutigen Buddha in der Mahamuni Pagode grüsste heute zum Abschluss des Tages noch die grosse Kuthoda-Pagode im warmen Abendlicht. Morgen verabschieden wir uns von unseren Reisebegleitern aus der Schweiz, welche über Yangon und Bangkok zurück in die Schweiz fliegen. Thomas und ich bleiben noch für drei Nächte in der Gegend von Mandalay, bevor auch wir das Land verlassen. Nicht in Richtung Zürich, sondern vorerst Richtung Phuket im südlichen Thailand.
