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- Kategorie: Winterreise 11 / 12 - Vietnam 11 / 12
Stadtbummel in Saigon
Saigon hat - je nach Quelle zwischen 7 und 10 Millionen Bewohner. Ganz genau weiss das niemand. Klar ist auf jeden Fall, dass die Stadt über unsäglich viele Motorräder verfügt. Die Strassen sind buchstäblich voll davon.

Viele Trottoirs sehen aus wie auf diesem Bild: Vollgestellt mit Rollern, ein Durchkommen als Fussgänger ist teilweise fast unmöglich. Immerhin machen die abgestellten Dinger keinen Lärm und Gestank. Glücklicherweise sind die Roller Viertakt-Motoren, sie verbrennen kein Öl und stinken nicht so penetrant wie die Zweitakter.

Eine Lücke zwischen zwei Häusern wird flugs zur Töff-Garage umfunktioniert und bietet so zwei Menschen eine Arbeitsstelle und ein Einkommen. In Rieh und Glied aufgereiht warten die Gefährte hier auf ihre Besitzer. Saigon verfügt über viel mehr Motorrad Garagen als solche für Autos. Wir sahen auch öfter Motorrad-Tiefgaragen.

Am Morgen waren wir zu Fuss in der Stadt unterwegs, unter anderem besuchten wir die alte Hauptpost, welche noch von den Franzosen erbaut wurde. Noch heute wird das Gebäude für seinen ursprünglichen Zweck verwendet. Ein Portrait Ho Chi Minhs ziert die Stirnseite der grossen Halle und zeugt von der neuen Zeit.

Die Telefonzellen sind noch vorhanden, darin können immer noch Fern- und Lokalgespräche geführt werden. Da heute jedoch die meisten Vietnamesen über Mobil-Telefone verfügen und die Gesprächstarife sehr günstig sind, kommen die Zellen langsam ausser Gebrauch.

Die zweite Reihe mit Telefonzellen hat schon einen anderen Verwendungszweck gefunden. Sie dienen als ATM Gehäuse, bei uns als Bankomat-Schalter bekannt.

Am Nachmittag machten wir eine geführte Stadtführung mit, deren einer Teil eine Tricyclo-Tour umfasste. Durch China-Town mit seinen 500‘000 Chinesen liessen wir uns pedalen. Als Abschluss besuchten wir einen berühmten Tempel und davor verabschiedeten sich die Fahrer von uns. Auf dieses schöne Gefährt ist der Besitzer zu Recht stolz.

Auch in diesem chinesischen Tempel werden Räucherstäbchen in grossen Schalen entzündet. Als Besonderheit kaufen die Chinesen Räucherspiralen und hängen diese an der Decke auf. Mit einem Zettel markieren sie ihre Wünsche, welche mit dem Rauch gegen Himmel getragen werden.

Die ganze Innenstadt Saigons ist nachts mit Leuchtgirlanden geschmückt, da vom 23. - 26. Januar 2012 das chinesische Neujahrsfest stattfindet. Erfinderisch wie die Vietnamesen sind, feiern sie sowohl das westliche als auch das chinesische Neujahrsfest. Zum westlichen Fest bleibt das öffentliche Leben nur einen Tag ruhen, das chinesische Fest schlägt hier mit einer ganzen Woche zu Buche!
