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- Kategorie: Winterreise 12 / 13 - Sri Lanka
Ab in die Kälte, relativ gesehen
Nach zwei Frühaufsteher Morgen mit Wecker um etwa 05:00 genossen wir heute morgen das Erwachen ohne Wecker. Kurz nach 6 Uhr begann für uns das Neue Jahr. Nach einem ausgiebigen Frühstück machten wir uns auf den Weg in Richtung Ella auf 1041 m.ü.M. Auf dem Weg hierhin besuchten wir eine spezielle Anlage.

Zwischen dem 7. und 10. Jhdt. wurden hier in Buduruwagala einige Figuren aus einen grossen Felsbrocken geschlagen. Insgesamt sieben Statuen wurden geschaffen: In der Mitte eine Buddha Statue, flankiert von weiteren Figuren aus der Geschichte Buddhas zur Linken und zur Rechten.

Drei mystische Figuren zur Linken Buddhas. Die Bedeutung dieser Reliefs liegt teilweise im Dunkeln, je nach Quelle liest sich die Bedeutung wieder anders. Mir ist egal, wie die ursprüngliche Bedeutung war, das schiere Alter sowie die Qualität der Bildhauer-Arbeiten der Anlage sind allemal beeindruckend.

Die zentrale Buddha-Figur misst knappe 17 m. Alle Figuren wurden nur teilweise aus dem Fels gehauen; es sieht so aus, als wollten die Bildhauer sicherstellen, dass die Figuren nicht weggehen können und liessen sie deshalb noch halb im Fels verankert.

Auf dem weiteren Weg sahen wir plötzlich am rechten Strassenrand ein Schild, welches auf eine Tempelanlage abseits der Strasse hinwies. Da auch unser Fahrer Andrew die Anlage nicht kannte, machten wir uns auf den Weg dorthin, zumal der Weg nicht weit war. Eine Schotterstrasse führte den Berg hinauf, bevor wir das Auto am Strassenrand abstellen mussten, um den Rest des Weges zu Fuss zurück zu legen. Unser Fahrzeug wäre mit dieser Piste überfordert gewesen. Zwei Tuk Tuk fuhren jedoch den ganzen Weg unter heftigstem Schütteln.

Die Anlage mit dem Namen Rakkithakanda wurde um 600 unserer Zeitrechnung begonnen, sie wurde unter einem Felsbrocken errichtet. Der Tempel liegt etwa 500 m von der Strasse entfernt mitten im Wald an einem steilen Abhang. Der Weg hinunter war kein Problem, in der Anlage selber war einmal mehr das Gehen ohne Schuhe für uns sehr mühsam, zumal die Wege meist nur aus spitzigem Kies bestanden.
Die weisse Stupa steht schon ziemlich schief, da sich die Aussenwand im Laufe der Zeit verschob.

Der Haupteingang zur Anlage. Die weisse Wand, welche den eigentlichen Tempel umschliesst, ist vollständig mit Malereien überzogen.

Ein Detail der Aussenwand mit den alten Malereien. Es werden Geschichten aus dem Leben Buddhas dargestellt.

Einer der hier lebenden Mönche führte uns in der Anlage herum. Er sprach leider wenig English aber Andrew übersetzte für uns laufend seine interessanten Ausführungen. Auch wenn die Mönche sehr spartanisch wohnen verfügen sie doch über moderne Kommunikationsmittel. Ab und zu klingelte sein Mobiltelefon und er antwortete selbstverständlich umgehend.

Ein kleiner Teich vor dem Tempel-Eingang hat die Form eines Bodhi-Blattes. Bodhi-Bäume stehen bei fast allen buddhistischen Tempeln in Sri Lanka; der Legende nach sind sie ausnahmslos Sprösslinge desjenigen Baumes in Indien, unter dem Buddha vor mehr als 2500 Jahren starb. Sie werden hier als heilige Bäume verehrt.

Das Innere des Tempels ist mit starken Farben ausgeschmückt. Diese mythischen Figuren sind Reliefs, die farbig bemalt wurden.

Eine Detailansicht einer der Stirnseiten des Tempels. Die Farben sind sehr gut erhalten, obwohl sie hunderte von Jahren alt sind und in einem feucht-heissen Klima überleben müssen.

Die Decke dieses Teils des Tempels wird durch die Unterseite des gigantischen Felsens gebildet. Auch sie ist vollständig bemalt.

Die Wohnzellen der Mönche wurden unter einem weiteren massiven Fels erbaut. Als ich den Mönch fragte, ob er denn keine Angst hätte, dass ihn der Fels eines Nachts erdrücken könnte, meinte er: „Kein Problem, denn wir entfernen laufend die Vegetation auf dem Fels!" Für mich wäre dieser Gedanke nicht wirklich beruhigend. Aber vielleicht hilft ja Buddha mit.

Als wir zwischen den einzelnen Tempelteilen unterwegs waren, entdeckte unser Führer ein etwa 10 cm langes, kleines Chamäleon, welches sich an einem Grashalm festhielt. Da sich die Tiere nur langsam fortbewegen, hatte ich genügend Zeit, eine Aufnahme zu machen. Ein sehr schönes Tier mit einer seltsamen Farbe. Grün ist bei Tieren recht selten, aber als Tarnung gegen Fressfeinde im Gras natürlich sehr wirksam.

Am späteren Nachmittag kamen wir in Ella an. Hier ist es richtig kühl - relativ gesehen. Während der letzten beiden Wochen fiel die Temperatur kaum je unter 30 Grad, nun liegt sie bei knapp 20. Zum ersten Mal in Sri Lanka wieder Wetter für einen Pullover. Die nächsten Tage soll es noch kälter werden, denn unsere nächste Station wird auf knapp 2000 m.ü.M. liegen. Das Hotel ist eines der besten am Ort, wobei der Ort lediglich ein kleines Dorf ist und das Hotel dementsprechend einfach ausfällt.

Die Aussicht aus unserem Zimmer zeigt die Hauptattraktion der Ortschaft, den Ella-Gap. Ein Fluss frass ein Tal aus der Bergkette heraus. Im Bild ist der rechte Teil des Berges zu sehen, der linke Teil liegt hinter dem Baum versteckt. Bei schönem Wetter soll die Sicht bis fast zu unserem gestrigen Hotel reichen. Heute Nachmittag bedeckte sich der Himmel zunehmend und die Sicht wurde laufend schlechter.
