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- Kategorie: Winterreise 12 / 13 - Sri Lanka
Little Adams Peak und eine alte Brücke
Von Ella aus ist die Besteigung des Little Adams Peak auf 1350 m.ü.M. ein absolutes Muss. Einen Grossteil der Strecke lässt sich mit dem Auto zurücklegen, von einem Parkplatz aus geht dann aber auch mit dem Auto nichts mehr. Ich fuhr noch mit einem Tukt Tuk bis zum Gate des Parkes hoch, Brigitte stieg zu Fuss in die Höhe. Oben angekommen, führte zunächst ein mehr oder weniger ebener Fussweg bis an den Fuss einer Treppe mit 300 Stufen, über die der Peak zu erreichen war. Für mich nicht machbar, zumal auch kein Handlauf vorhanden war. Also wartete ich unten, während Brigitte und Andrew den Aufstieg machten.

Die ganzen Hänge um Ella sind mit Teeplantagen übersät, immer wieder sind Pflückerinnen bei der Arbeit zu beobachten. Die Männer sind währenddessen mit Zurückstutzen der Teesträucher beschäftigt. Eine Pflückerin hat ein Tagessoll von 12 kg Teeblättern, die sie mindestens ernten muss. Es dürfen jeweils nur die obersten drei Blätter jedes Zweiges gepflückt werden, nur diese sind noch zart genug für einen feinen Tee. Für die 12 kg erhält die Pflückerin 400 Rupien, heute etwa 3 CHF! Davon kann natürlich niemand leben, deshalb muss die ganze Familie mitarbeiten. Immerhin erhalten die Pflückerinnen eine günstige, oft sogar kostenfreie Unterkunft und günstiges Essen. Auch hier gilt aber, dass die grossen Profite mit dem Tee nicht hier gemacht werden.

Oben auf dem Adams Peak angekommen bot sich den beiden Wandersleuten eine schöne Rundsicht, links auf den Ella Rock, die eine Begrenzung des Ella Gap. Ebenfalls ist die Strasse, welche wir gestern auf dem Weg nach Ella befuhren, gut zu sehen.

Die Teepflücker-Familien sind fast ausschliesslich Tamilen aus dem Norden Sri Lankas. Tamilen sind Hindus, deshalb finden sich in dieser Gegen immer wieder Hindu Tempel, welche jeweils sehr farbig geschmückt sind.
Im Reiseführer sahen wir eine kurze Beschreibung einer alten Holzbrücke, welche etwa 30 km von Ella entfernt einen kleinen Fluss überspannt. Da auch Andrew noch nie dort war und sich ebenfalls dafür interessierte, fuhren wir hin. Belohnt wurden wir zuerst einmal mit einer aussergewöhnlich schönen Landschaft mit Reisterrassen.

Immer schön sind die Reisterrassen, insbesondere, wenn sie wie diese hier noch nicht lange angepflanzt wurden und die Pflanzen noch im hellen Grün stehen. Die langen, dünnen Pflanzen im Hintergrund sind Betelnuss Palmen. Betelnuss wird als ein leichtes Rauschmittel in ganz Asien konsumiert, auch in Sri Lanka werden diese Palmen häufig angepflanzt.

Während die grösseren Felder im flachen Gelände heute immer häufiger mit Traktoren gepflügt werden, trifft man auf dem Land mit kleinen Feldern in Terrassen immer noch traditionelle Art mit Wasserbüffeln.

Diese Terrassen sind frisch umgepflügt und bereit für die Bepflanzung. Noch sind die jungen Reispflanzen aber noch nicht ausgesät. Rechts wieder eine Betelnuss Palme.

Die 300-jährige Holzbrücke, welche nur aus Holz besteht. Angeblich wurden beim Bau keine anderen Materialien eingesetzt, weder Nägel noch Schrauben. Sie überspannt mit ihren 15 m den kleinen Fluss, der hier den alten Handels- und Pilgerweg unterbrach. Die ältesten Spuren einer Brücke gehen hier auf das 12. Jhdt. zurück.
Auf der gegenüberliegenden Seite des Flusses liegt ein ebenfalls schon älterer Tempel. Die aktuelle Struktur wurde im 18. Jhdt. errichtet und heisst Bogodo Raja Maha Vihara. Es sollen sich hier Spuren einer Tempelanlage aus dem 1. Jhdt. vor unserer Zeitrechnung finden.

Ein älterer Herr amtet hier als Tempelwächter, er ist der Herr über diesen grossen und schweren Schlüssel. Sobald er uns kommen sah, tauchte er auf und begrüsste uns.

Schnell schloss er die Anlage auf und wir konnten eintreten. Leider war fotografieren absolut verboten! Schade, denn auch diese Anlage war innen bis auf den letzten Zentimeter bemalt und dazu noch mit vielen Statuen versehen. Eine grosse liegende Buddha Figur war ebenfalls präsent.

Auf der Rückfahrt nach Ella bemerkten einige Reisfelder, welche schon kurz vor der Ernte standen. Noch einige wenige Wochen, und der Zyklus wird wieder von vorne beginnen.

Kaum ein Tag vergeht auf unserer Reise, an dem wir nicht irgendwo auf eine Hochzeit treffen. Diesmal in unserem Hotel: Sowohl Braut als auch Bräutigam erschienen in ihren traditionellen Kleidern zum Fototermin. Auch die Sonne wollte da natürlich zusehen!
