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- Kategorie: Winterreise 14 / 15 - 2. Etappe Cuba
Ausflug westlich von Santiago de Cuba

Auf unserem Weg aus der Stadt in Richtung Westen überholten wir ein älteres Fahrzeug, welches offenbar im Laufe seines Lebens schon oft die Farbe gewechselt hat. Ob die Originalfarbe zuerst Braun, Rot oder Grün war, oder vielleicht doch eher Blau oder gar Weiss, lässt sich mit der vorhandenen Information nicht feststellen. Dazu bräuchte es wohl eine Art Farb-Archäologie. Immerhin scheint das Auto noch zu fahren und mit einem neuen Anstrich hat es vielleicht sogar noch eine lange Lebensdauer vor sich. Nach dem Nachtessen kehrten wir mit einem Chevrolet Baujahr 1952 zum Hotel zurück. Auch wenn der ganze Innenraum kaum mehr eine Verkleidung aufwies, fuhr das Teil wacker weiter. Der Fahrer meinte, er hätte das Auto vor 20 Jahren gekauft und sei seither mit ihm unterwegs, seit 6 Jahren als Taxifahrer. Der Motor sei noch original, über die Anzahl der gefahrenen km wusste er hingegen nicht Bescheid.

In den Aussenquartieren von Santiago steht der Traum der Kubaner nach 60 Jahren Revolution: Diese Siedlungen sind knapp 10 km vom Stadtzentrum entfernt und bieten vielen Bewohnern eine Heimat. Ob sich dafür die 60 Jahre gelohnt haben? Sowohl Bruno als auch ich haben langsam genug vom Sozialismus und dem ihn begleitenden Mangel, welcher an allen Ecken und Enden sichtbar wird: In der Geschäften gibt es kaum Waren zu kaufen, ausser man kann mit sogenannten CUC bezahlen, dem Peso convertible, dessen Wert an den US-$ gekoppelt ist und den die Kubaner nur im Geschäft mit den Touristen erhalten oder dann …

… von ihren Verwandten im Ausland per Western Union, welche auch in unseren heutigen Wendeort einen Sitz hat. Dieser Dienst ist für die Kubaner sehr teuer, aber leider die oft einzigem Möglichkeit, an die begehrten Devisen zu kommen. Der Staat belegt den Wechsel von US-$ in Kuba mit einer Steuer von 10%, welche er auch seinen Bürgern abzwackt.

Die Küstenstrasse ganz an die südwestliche Ecke Kubas ist im ersten Drittel gut ausgebaut und nur von wenigen Fahrzeugen befahren. Ab und zu ergibt sich ein schöner Blick auf das karibische Meer mit den Stränden. Diese sind zwar nicht weiss, aber doch recht schön.

Bruno kaufte bei unserem Wendepunkt noch Wasser ein, wir kaufen diese 4-l Packungen und füllen diese dann in 1/2 l Flaschen um, so produzieren wir weniger Abfall. Die grossen leeren 4-l Packungen sind bei den Kubanern sehr beliebt, diese finden jeweils gerne Abnehmer. Auch das Mineralwasser gibt es nur in den CUC-Läden zu kaufen.

Hier an der Südecken von Kuba gibt es kaum richtige Busse für den Personentransport. Meist sind es Lastwagen, auf deren Ladebrücken ein Gehäuse montiert wurde, in welchem einige Dutzend Passagiere stehen können. Sitzplätze gibt es nicht.

Die Kathedrale von Santiago liegt direkt unterhalb der Dachterrasse eines Hotels am Hauptplatz, auf der wir heute für unseren Apero Halt machten. Der Nachthimmel gibt einen schönen Kontrast zur beleuchteten Kathedrale.
