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Kategorie: Atlantik, USA und Mexico 14 - Teil 3 Mexico
08. Juli 2014

Ruta de los Conventos und ein grosser Schisshaas!

Mit dem neuen Mietauto machten wir uns heute schon früh auf den Weg in den Süden von Merida. Eine Rundfahrt von etwas mehr als 220 km verbindet eine Vielzahl von ehemaligen Klöstern, welche von den Spaniern in kleinen Ortschaften gebaut wurden. Zudem liegt noch eine Maya-Ruine am Weg, welche sowohl Otto als auch ich noch nie besuchten.

Ein Halt an einer Tankstelle verband ich gerade mit dem Kauf von Mineralwasser, um auch unseren Durst während des Tages stillen zu können. In einem Kühlregal fand ich zudem mein Lieblingsbier in Dosen, ein dunkles Modelo Negro, welches sonst meist nur in Flaschen erhältlich ist. Leider wollte mich der Verkäufer dieses nicht kaufen lassen, Alkohol darf in Mexico offensichtlich erst ab 10 Uhr verkauft werden.

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Tecoh war die erste der kleinen Städte am Weg mit einem ehemaligen Kloster. Die Kirche sieht etwas unproportioniert aus und lediglich die Front ist verputzt.

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Ein schönes Wortspiel wirbt für dieses Cyber-Cafe: „Tecoh-Necto“ liest sich wie „ich verbinde dich“ in Spanisch. Zusammen mit der grellroten Farbe wird sich dieses Geschäft sicher kaum vor Kunden retten können!

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In der Schweiz kaufe ich meist mit meiner Vespa ein, hier würde ich ich dieses Gefährt benutzen und dazu noch meinen eigenen Supermarkt. Hauslieferungen wären hingegen gar nicht meine Sache.

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Nochmals ein Bild der Kirche von Tecoh, diesmal von der Seite. Wie so manche Kirche wurde auch sie auf und mit den Ruinen eines Maya-Tempels gebaut. Yucatan ist meist vollkommen flach, die einzigen Hügel sind die ehemaligen Maya-Anlagen. Und die Steine für den Bau liegen auch gerade herum.

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Unser nächster Halt galt den Maya-Ruinen von Mayapán, in diesem Bild die grosse Pyramide, welche mit gut 15 m das höchste Gebäude in dieser Gegend ist.

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Eine Gruppe von Archäologie-Studenten war gerade mit der Freilegung eines Reliefs beschäftigt. Dies stammt von einer älteren Pyramide, welche unter der aktuellen entdeckt wurde. Offensichtlich haben auch schon die Maya die Sakralgebäude ihrer Ahnen rezykliert.

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In vielen Maya-Anlagen leben furchterregende Echsen, hier Iguana genannt. Dieses jüngere Exemplar mass vom Kopf bis zur Schwanzspitze etwa 30 cm. Meist liegen sie in der prallen Sonne auf den heissen Steinen und geniessen die Hitze. Trotz ihres Aussehens sind sie absolut harmlos, sie sind reine Pflanzenfresser und in dieser Anlage sehr scheu. Sobald ich mich auf etwa 3 m näherte, verschwanden sie rasch in ihren Wohnhöhlen.

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Otto bestieg die Pyramide, er wollte sich einen Überblick der Landschaft und der Anlage verschaffen. Die Stufen waren auf dieser Seite recht gut erhalten, ein Geländer fehlte hingegen. Stilgerecht mit einem Panama-Hut ausgestattet, meisterte er die Pyramide im Nu.

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In Siegerpose stand Otto oben und meinte die Aussicht sei wirklich phänomenal. Also entschied auch ich mich für den Aufstieg. Auf allen Vieren geht dies sehr gut, mit den Hände stützen ich mich jeweils auf den oberen Stufen ab und hatte so guten Halt. Und 15 m sind ja auch nicht so viel Höhe. Lediglich der Schweiss tropfte von der Stirne, die Sonne brannte erbarmungslos.

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Oben wurde ich mit einer grandiosen Rundsicht belohnt: Ein 360 Grad Panorama mit dem iPhone zeigt, wie flach Yucatan ist, keine Erhebung ragt aus dem dichten Wald.

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Ein runder Bau wird hier als Tempel bezeichnet, ein vergleichbares Gebäude im nahen Chichen Iza heisst dort Observatorium. Die genaue Funktion ist aber bis heue unbekannt. Die meisten Maya-Aufzeichnungen sind heute verloren, doch davon später mehr.

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Eine weitere Sicht über die Anlage, rechts aussen eine kleinere Pyramide, daneben Reste anderer Gebäude.

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Nach dem schönen Ausblick und dem relativ einfachen Aufstieg erfuhr ich, dass es eben keinen „Free Lunch“ gibt. Der Einstieg von der oberen Plattform in die Treppe war sehr schwierig. Ich getraute mich nicht, aufrecht stehend die ersten Schritte zu machen. Zu unsicher bin ich auf den Beinen. Also auf die Knie und rückwärts nach hinten bis zum Abbruch, dies ohne rückwärts zu schauen. Die 15 m Fallhöhe jagten mir einen gehörigen Schreck ein; ich malte mir vor meinem geistigen Auge alle möglichen Szenarien aus … . Ein richtiger Schisshaas eben.

Otto machte dann eine Aufnahme von mit, als ich schon die Hälfte des Abstiegs geschafft hatte. Der Aufstieg war viel einfacher als der Abstieg im Rückwärtsgang!

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Wieder mit festem Boden unter den Füssen folgten wir unserem Plan: Tekit war das nächste ehemalige Kloster. Der Lichtmast auf der linken Seite ist nicht wegen meiner Fototechnik schräg, er stand genau so.

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Auch Mamá steuerte heute in Kloster zu unserer Sammlung bei. Auch hier war nur das Hauptportal verputzt und mit einigen Stuckaturen verziert.

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In Teabo steht das tiefrot bemalte Kloster, welches auf allen Seiten verputzt ist.

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Manì zeigte sein Kloster unter einem eindrücklichen Himmel. Die Wolken zeigten schon hier ein aufziehendes Gewitter an, welches sich am Abend über der Gegend mit heftigem Blitz und Donner sowie starken Regenfällen entlud. Natürlich genau dann, als wir zum Nachtessen ins Zentrum von Merida fuhren.

Das Kloster von Manì erhielt traurige Berühmtheit, als ein spanischer Mönch, Fray Diego de Landa am 12. Juli 1562 sämtliche Aufzeichnungen, Kodizes und religiösen Symbole der Maya verbrennen lies. Damit wurde das meiste Wissen über die alte Kultur der Ureinwohner im Namen der christlichen Religion auf einen Schlag vernichtet. So ein Idiot!

Sein Kommentar zu dieser Tat strotzt vor Grössenwahn und religiöser Verblendung:

"Als die Leute in der Religion unterrichtet und die jungen Männer mit Nutzen belehrt waren, wie wir gesagt haben, wurden sie von den Priestern verführt, die sie in ihrem Götzendienst hatten, und auch von den Häuptlingen, so dass sie abermals Götzen anbeteten und Opfer brachten, die nicht nur aus Räucherwerk, sondern aus Menschenblut bestanden. Hierüber stellten die Mönche eine kirchliche Untersuchung an und baten den Oberrichter um Hilfe, sie setzten viele gefangen und führten Prozesse durch, und es wurde ein Autodafe abgehalten, bei dem sie viele auf Schaugerüste stellten, ihnen die Büssermütze aufsetzten, sie auspeitschten, sie kahlschoren und einigen für eine gewisse Zeit das Büsserhemd anzogen. Andere, die vom Teufel getäuscht wurden, erhängten sich aus Trübsinn, und gemeinsam zeigten alle große Reue und den Willen, gute Christen zu werden."

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Das Kloster von Dzan ist wiederum einfacher gehalten, die Front verputzt, der Rest rohe Steine. Die meisten der Kirchen sind nur am Morgen geöffnet, so dass wir kaum eine geöffnete fanden. Meist sind die Innenräume ohnehin sehr einfach, kaum Gemälde und ebenso wenige Skulpturen.

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Den Abschluss bildete die Kirche von Ticul, unserem heutigen Wendepunkt. In einer guten Stunde kehrten wir nach Merida zurück.

Die Belohnung für die Pyramide holte ich mir wie üblich in der Sorbeteria Colón.

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