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- Kategorie: Thailand und Burma 14 - Teil Thailand
Abschied vom Mekong
Nach einer Nacht voller Gewitter mit starken Regenfällen hörten diese heute nach dem Frühstück langsam auf und wir machten uns auf den Weg.

Vor der Abreise schoss ich noch dieses Bild des Buddhas am Golden Triangle vor den immer noch herumhängenden schwarzen Wolken. Da zur Zeit kaum Touristen in Thailand unterwegs sind, liegen die meisten Ausflugsboote noch am Ufer vertäut. Unsere Kleider der Bootsfahrt trockneten während der Nacht problemlos, da die Klimaanlage des Hotels die Feuchtigkeit effizient aufnahm.

Wegen der gestrigen starken Regenfälle in dieser Region führte der Nebenfluss des Mekong viel Schwemmholz und sonstiges Treibgut mit sich. Insbesondere das weisse Styropor fiel im braunen Wasser auf. Während unserer gestrigen Flussfahrt war davon fast nichts zu sehen.

Trotz deiner guten Nacht - ich bin viel zu spät erwacht - hatte ich heute früh absolut keine Lust, an diesen Kraftmaschinen zu üben. Dies obwohl die Aussicht auf den Mekong schon einmalig gewesen wäre und damit eine willkommene Abwechslung zu meinem Fitness-Center in Urdorf geboten hätte.

Auf dem lokalen Markt sahen wir diese Wachteleier und kamen mit der Verkäuferin ins Gespräch. Sie sagte uns in bestem Deutsch, sie hätte 40 Jahre in Deutschland gelebt und betreibe nun nicht weit von hier eine Geflügelfarm mit einigen Tausend Wachteln sowie vielen Hühnern und Gänsen. Die Eier verkaufe sie auf den lokalen Märkten. 1 Wachtelei koste 1 Baht, 30 Hühnereier 40 Baht. (100 Baht sind etwa 3 CHF).

Einen der Tempel, welchen wir gestern von Boot aus sahen, besuchten wir heute ausführlicher. Diese 3 Figuren scheinen sich mehr für uns als für den träge dahinziehenden Mekong zu interessieren. Der Mekong ist ja auch immer hier, wir Langnasen hingegen nur für kurze Zeit!

Die ganze Tempelanlage ist von diesen Figuren eingerahmt, alle halten eine Schale bereit. Die Buddha-Statue wacht gerade beim Eingang über das korrekte Verhalten.

Trüge Thomas ein gelbes Hemd, wäre er zwischen den Figuren kaum zu erkennen. So jedoch stört er das Gesamtbild, auch trägt er keine Schale und schon gar keinen Rock. Nicht einmal lange Hosen …

Der Haupttempel hat für einmal kein goldenes, sondern ein blaues Dach. Die vier Eingänge hingegen sind von goldenen Figuren bewacht, die Treppen von stilisierten Schlagen eingerahmt, welche auch als Handläufe dienen. Die Treppen vieler Anlagen sind so ausgestaltet. Und viel Gold ist bei allen Tempeln Pflicht.

Vom Tempel aus sieht man die Kurve, welche der Mekong hier macht, sehr deutlich. Auf der linken Seite liegt Thailand, auf der rechten Laos. Der Blick ist also flussaufwärts. Ohne zusätzliches Wissen sind die beiden Ufer nicht voneinander zu unterscheiden.

Am Flussufer entdeckte ich eine Plantage von Rambutan, einer Litschi-ähnlichen Frucht, welche mir sehr gut schmeckt. Auf dem Markt kaufte ich mir heute nach dem Frühstück noch einen ganzen Bund für 20 Baht. Diese dienen in den kommenden Tagen zusammen mit kleinen Bananen als Zwischenverpflegung.

Neben der Strasse bemerkte ich einen ganzen Teppich von Mimosen, welche mein Interesse auf sich zogen. Die klein gefiederten Blätter sind an sich nicht spektakulär, wenn man sie jedoch berührt, zeigen sie ihre wahre Natur.

Ich fuhr mit einem Grasbüschel über die Blätter und so sieht das Resultat aus. Sämtliche Blätter werden blitzartig zusammengefaltet, auch die Zweige neigen sich gegen den Boden. Der Pflanze entsteht kein Schaden, bereits nach wenigen Minuten richten sich die Zweige wieder auf und die Blätter entfalten sich wieder.

Auf der gegenüberliegenden Seite des Mekong thront ein typisch sozialistischer Bau auf einem Hügel. Auf unserer letzten Reise in Laos sind wir oft dieser Art Architektur begegnet, meist beherbergen diese Gebäude eine Zweigstelle der Regierung oder der Partei. Immer jedoch zeichnen sie sich durch grossen Pomp aus. Dies im Gegensatz zu den Häusern der von den Beamten angeblich vertreten Bevölkerung.

In der letzten Ortschaft unserer Reise, die noch am Mekong lag, wollten wir nochmals einen guten Blick auf den Fluss werfen. Mit diesem Wunsch waren wir nicht die einzigen, denn in diesem Unterstand bietet die Gemeinde ein Gratis-Internet an! Ein Entwicklungsland ist weiter als die Schweiz, in Thailand gibt es offensichtlich keine Swisscom, welche ihre Pfründe mit Haken und Klauen verteidigt.

In unserem heutigen Hotel wollte ich mich mit dem hauseigenen WiFi verbinden und wurde von diesem Bildschirm begrüsst. Was mir nicht sehr viel weiterhalf. Oben links sah ich jedoch ein Wort, das ich verstand. Ich klickte drauf und …

… die Aufklärung folgte auf dem Fuss. Leider ist der Hoteleigentümer zur Zeit nicht anwesend und die Mitarbeiter sprechen kein English, so dass wir für einmal auf das Internet verzichten müssen. Wir haben vereinbart, dass die Hausverwalterin für uns ein Thai-Essen zubereitet, so dass wir für einmal nicht mehr autofahren müssen!
Morgen geht es schon früh los, wir wollen um 7 Uhr frühstücken und dann losbrettern: Uns erwarten knapp 500 km bis Sukhothai und wir wollen unbedingt vor dem Einnachten am Ziel sein, da wir nicht nachts unterwegs sein möchten.
